Stadtteilverein Rohrbach > Jahreshauptversammlung 2013

Engel im Stadtteilverein

Der letzte Jahresbericht von Bernd Frauenfeld

von Hans-Jürgen Fuchs (5. April 2013)

Jahreshauptversammlung des Rohrbacher Stadtteilvereins 2013. Im Mittelpunkt: der Jahresbericht des 1. Vorsitzenden. Bevor Bernd Frauenfeld diesen begann, zitierte er einen Kommentar des „geschätzten Herrn Werner Popanda” zu seiner 2012er-Rede in der RNZ. Diese sei „etwas dröge” gewesen, schrieb Popanda, was, so Frauenfeld, hoffentlich nicht mit seinem Redestil zusammen hänge.

Das würde mich aber auch wundern. Man kann Frauenfelds Reden ja Vieles attestieren, dröge zu sein jedenfalls nicht.

Rückblick 1

Am Rednerpult: Bernd FrauenfeldAlso stellte Frauenfeld wie immer zunächst die eigenen Aktivitäten vor, ging ein auf Sommertagszug, Osterbrunnenfest und Ostermarkt, Museumsfest … zwischendrin kam der obligatorische Worschtsalad … Rohrbacher Kerwe, Seniorenherbst, Martinszug, Volkstrauertag und Weihnachtsmarkt … Dazu kamen weitere Aktivitäten wie die Weihnachtsbeleuchtung, der Verzähldisch, der Unterhalt des Heimatmuseums und die Erstellung des Terminkalenders.

Frauenfeld bedankte sich besonders beim Obst-, Garten- und Weinbauverein und der evangelischen Kirche, die spontan und unkompliziert dafür gesorgt hatten, dass es doch noch einen Weihnachtsbaum auf dem Friedhof gegeben hat. Sein Dank ging „explizit auch an die Freunde und Mitstreiter vom punker für jederzeit konstruktive Zusammenarbeit bei einzelnen Projekten und im Allgemeinen”. Eine gemeinsame Veranstaltung hatte es im zurück liegenden Jahr gegeben: Arnim Töpels »Schorlepeter«.

Schließlich hob Frauenfeld das Engagement der jüngsten Museumsmitarbeiterin Hannah Dziobek hervor, die 2014 eine Ausstellung im Museum machen möchte mit dem Schwerpunkt auf Rohrbach in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Hannah bittet, ihr Materialien und Fotos aus dieser Zeit zum Kopieren zur Verfügung zu stellen.

In der Abteilung Kritik tadelte Frauenfeld u.a. das mangelnde Engagement der Bürger und Vereine. Viel zu viel hänge an einzelnen Personen wie Uli Pfefferkorn, Werner Rittmann und Frauenfeld selbst: „Hammers nimmer nötig, dann machemers nimmer! … Von alleine läuft die Chose nicht … Entweder wir haben das Engagement aus der Bürgerschaft, aus den Vereinen, oder wir haben keine Traditionsveranstaltungen mehr!”

Auch die Stadtverwaltung kam nicht gut weg. Gleichgültig, ob es um die Umsetzung der neuen Hygiene-Richtlinien geht, den Umgang mit der Weihnachtsbeleuchtung oder die Beinahe-Absage des Weihnachtsmarkts – häufig habe man das Gefühl, städtische Mitarbeiter würden ehrenamtlichen Aktivitäten eher Steine in den Weg legen, als sie zu unterstützen. Das zermürbe auf Dauer. Die Gefahr sei, dass die Stadt dann Dinge wie die Weihnachtsbeleuchtung selbst angehen müsse – oder dass es halt keine mehr gäbe. „Uli hat die Nase voll. Immer mehr Auflagen, immer weniger Unterstützung”.

Schließlich folgte noch der aktuelle Mitgliederstand des Vereins, 769. Anwesend waren davon 96 Mitglieder – „eine erschreckend hohe Zahl fehlt unentschuldigt …”.

Rückblick 2

Am Rednerpult: Bernd FrauenfeldIm zweiten Teil seines Berichts ging Bernd Frauenfeld auf die aktuelle Entwicklung in der Stadt und im Stadtteil ein. Das sei 2013 ein eher unaufgeregter Bericht „ohne große Haken und ohne nötige Ohrfeigen oder Tritte ans Schienbein” – nicht mal „Kinners” sei nötig.

Frauenfeld freute sich, dass der „Lückenschluss“, der letzte Bauabschnitt in der Karlsruher Straße zwischen Markt und Eichendorffplatz in diesen Tagen angefangen hat. Die gemeinsam mit dem punker und dem Bezirksbeirat gegen die städtische Planungen durchgesetzten Verbesserungen, z. B. die Pflanzung von Bäumen, werden dabei umgesetzt.

Umbau Rathaus: Die Baumaßnahmen sollen noch im April beginnen und voraussichtlich am 6. September abgeschlossen sein. Nach dem Umbau wird der Stadtteilverein das Rathaus vollständig anmieten. Ein Nutzungskonzept wird noch erarbeitet werden.

Nach dem Abschluss des Rathausumbaus beginnt der Umbau am Rathausplatz. Man dürfe, so Frauenfeld, sich nicht täuschen: Der Umbau des Platzes, vor allem die nötige Erneuerung von Kanälen und Leitungen werde massive Einschränkungen im Rohrbacher Kern in der Bauzeit mit sich bringen. Klaus Weirich, der bereits die Großbaustelle am Rohrbach Markt erfolgreich begleitete, wird wieder Anlaufstelle für die Bürger sein. Außerdem können Gewerbebetriebe bei der Stadt finanzielle Unterstützung beantragen. Der Wochenmarkt soll nach der bisherigen Planung während des Umbaus auf dem Kerweplatz stattfinden.

Ein Lieblingsthema Frauenfelds ist die Bürgerbeteiligung. Er freute sich, dass es Dank des Einsatzes vor allem von Ernst Schwemmer gelungen sei, die Stadtteilvereine als Akteure in den ansonsten „völlig sinnfreien” Richtlinien zur Bürgerbeteiligung zu verankern. Er forderte, weniger auf Diskussionen bei „Runden Tischen“ oder „Bürgerforen“ zu setzen und stattdessen die organisierten Vertretungen der Stadtteilvereine und Vereine besser zu Wort kommen zu lassen. Es falle einem schwer, die Lobeshymnen auf das Ehrenamt ernst zu nehmen, wenn gleichzeitig den Aktiven auf so vielen Feldern Steine in den Weg gelegt werden. Trotzdem beglückwünschte Frauenfeld zwei Rohrbacherinnen, denen die Bürgermedaille verliehen worden ist: Marianne Treu und Ruth Steiger. Und er freute sich über die Initiative des OGWV (Obst- Garten- und Weinbauvereins) für den neuen Wein-Erlebnis-Wanderweg. Larissa Winter setzt als neue Vorsitzende das Riesen-Engagement des verstorbenen Erich Dickler fort.

Kritik und Ausblick

Frauenfeld mit PosterMit klaren Worten kritisierte Frauenfeld schließlich das zurückgehende Engagement in den Vereinen. Das Interesse an Aktivitäten und Veränderungen sei zwar da: „man müsste mal, ihr solltet mal“, aber wenn es darum gehe, selbst aktiv mitzumachen und mitzugestalten, dann heiße es „isch ded jo, aber …“.

Aber wer nicht selbst mitmache, solle sich auch nicht beschweren, dass nichts passiert. Das Potenzial sei eigentlich da, aber wenn sich immer weniger engagieren, bestehe die Gefahr, dass auch die Noch-Aktiven irgendwann die Lust verlieren.

Frauenfeld wünschte sich zum Schluss seiner 2013er Rede, dass er heute den Saal verlassen könne im Wissen, dass der Stadtteilverein einen handlungsfähigen, starken Vorstand hat. Seine Schlussworte ein Zitat aus „Engel” von Marius Müller-Westernhagen:

„Deck mich mit Deinen Flügeln zu
und lass mich eine Weile ruh´n.
Der Weg war weit,
der Weg war weit …”

Schön, dass wir ihn ein weites Stück gemeinsam gehen konnten!

Kassenbericht

Am Rednerpult: Michael GailMichael Gails Kassenbericht war wie jedes Jahr ein amüsantes Zwischespiel. Diesmal ging es nur am Rande um Ausgaben für Toilettenpapier. Dafür um schwarze Nullen. Wer Zahlen so gut in Worte fassen kann, der sitzt am richtigen Platz …

 

Neuwahlen

Den Bericht über die Neuwahlen im Stadtteilvereinsvorstand entnehme ich dem Artikel von Sabine Hebbelmann in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 13. April 2013:

Als Frauenfelds Nachfolger „wurde Hans-Jürgen Fuchs vorgeschlagen. Als Vorsitzender des Vereins „Punker“ und im Bezirksbeirat für die Grün-Alternative Liste (GAL) engagiert sich Fuchs seit vielen Jahren für den Stadtteil. Er integriere die Zugezogenen und arbeite gut mit dem Stadtteilverein zusammen, wobei er auch Konfrontationen nicht scheue, hieß es. „Ich fände es besser, wenn das jemand machen würde, der in den traditionellen Vereinen verankert ist“, wandte Fuchs ein und ermutigte die Mitglieder, den Hut in den Ring zu werfen. Als sich niemand meldete, beantragte Fuchs die geheime Abstimmung. Nur für den Fall, dass er mit deutlicher Mehrheit gewählt würde, würde er die Wahl annehmen. Und genau so kam es dann auch. 70 Mitglieder stimmten für ihn, 17 dagegen und acht enthielten sich der Stimme.

Als zweiter Vorstand wurde die Vorsitzende der CDU Rohrbach und Bezirksbeirätin Karin Weidenheimer vorgeschlagen, eine gebürtige Rohrbacherin. „Ich wäre fast ein Gegengewicht“, sagte sie über sich und: „Mich kennen viele Vereine.“ Sie und Fuchs würden gut miteinander auskommen. Entsprechend einhellig fiel die Wahl Weidenheimers aus. Bei der Wahl des dritten Vorsitzenden setzte sich der gebürtige Heidelberger Hans Clauer gegen den zugezogenen Dieter Roos durch. Schatzmeister Michael Gail und Schriftführer Ludwig Schmidt-Herb wurden im Amt bestätigt. Als Beisitzer ließen sich wählen: Uwe Bellm, Barbara Hoffmann, Heide Kaltschmidt, Valentina Schenk, Wolfgang Späth, Sibylle Ziegler, Gustav Knauber, Peter Weidenheimer, Erica Dutzi, Josef Scherhofer und Dieter Roos. Der scheidende Vorsitzende Bernd Frauenfeld wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt und Ulrich Pfefferkorn, der als Dritter Vorsitzender ebenfalls nicht mehr zur Wahl angetreten war, zum Ehrenmitglied. „Das Ergebnis heute ist mein Wunschergebnis“, sagte Frauenfeld nach seiner Wahl. Er sei froh, dass der Verein mal wieder etwas auf den Weg gebracht habe. „Das ist ein Team, das kann loslegen.“

Der neue Vorstand auf der BühneDie Sitzung endete mit einem Dank an die scheidenden Vorstände. Valentina Schenk dankte Bernd Frauenfeld herzlich für 13 Jahre als 1. Vorsitzender. Er sei „ein Mann der klaren Worte“. Sie überreicht ihm im Auftrag des Vorstandes ein Poster mit einer Foto-Collage mit Bildern aus seiner Amtszeit sowie einen Blumenstrauß.

Sibylle Ziegler bedankte sich bei Ulrich Pfefferkorn für dessen langjähriges Engagement für den Verein als „der große Schatten hinter Bernd“ und „Herrn über Schlüssel, Strom- und Wasserleitungen“. Ulrich Pfefferkorn erhielt ein Erinnerungsbuch und einen Blumenstrauß.

Auf Vorschlag von Siegfried Michel wurde schließlich Bernd Frauenfeld zum Ehrenvorsitzenden und Ulrich Pfefferkorn zum Ehrenmitglied ernannt.

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