Stadtteilverein Rohrbach > Jahreshauptversammlung 2008

Unfallfreie Partisanengesänge

Jahreshauptversammlung des Stadtteilvereins 2008

(28. März 2008)

von Hans-Jürgen Fuchs

Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Stadtteilvereins im Roten Ochsen zur Jahreshauptversammlung. Meist ist es ziemlich voll im Saal. Denn die Versammlung ist nicht nur eine notwendige Formalie, sondern immer auch Gelegenheit zum Blick zurück und nach vorn. Höhepunkt ist deshalb immer Bernd Frauenfelds Rede zur Lage des Stadtteils.

Rückblick auf Stadtteilvereinsaktivitäten …

Dabei blickt der Vorsitzende immer zuerst auf die Veranstaltungen des Stadtteilvereins, auf Kerwe, Vorweihnachtlichen Markt, Seniorenherbst, Sommertags- und Martinszug und vieles mehr. Nicht wenige Veranstaltungen fanden dabei in Kooperation mit dem punker statt, was Frauenfeld nicht unerwähnt ließ.
Besonders hervorgehoben wurde eine dieser Kooperationsveranstaltungen: Die Eichendorff-Soiree. Ludwig Schmitt-Herb, der den Löwenteil der Arbeit geleistet hatte, wurde von den Anwesenden mit großem Beifall bedacht.

… mit hohem Unterhaltungswert

Frauenfelds Rede wird nicht nur wegen ihres Inhalts geschätzt, sondern auch wegen ihres Unterhaltungswertes. Auf eine Formulierung wie „Da haben wir mal wieder richtig partisanenmäßig gemeinsam gesungen und die Sache unfallfrei hinter uns gebracht“ muss man erst einmal kommen. Vor allem, wenn es um das Osterbrunnenfest geht und um freudige Frühlingslieder.
Und auch der Rest des Vorstands trug diesmal zur Kurzweil bei. So wollte der einstimmig wieder gewählte Stellvertretende Vorsitzende Klaus Weirich, wie alle im Saal, seinen Durst und Hunger stillen. Die Bestellung querte den haben Saal und mischte sich in die Osterbrunnenmeditationen des Vorsitzenden. Frauenfeld half „Klaus, was willschd?” und übermittelte: „Lammkotelett und Spezi!”.

alle lesen die punker Dokumentation zum Rohrbach Markt

Die punker-Dokumentation zum Umbau am Rohrbach Markt fanden viele interessant …

Quartierverein

Im weiteren Verlauf seiner Rede begrüßte Frauenfeld die Gründung des neuen Verein, der die speziellen Interessen der Bewohner des Quartiers am Turm vertreten soll. Er wünschte sich aber, dass sich die Umbruchsituation am Turm „in 5 Jahren” geklärt haben möge und dass der Quartierverein dann im Stadtteilverein aufgehen könne.

Weihnachtsbeleuchtung

Relativ hohe Mittel investierte der Stadtteilverein 2006 in den Ausbau der Weihnachtsbeleuchtung. Allerdings fehlte es dann an Helfern, die Beleuchtung vorzubereiten und zu hängen. So dass lettlich viele neue „Errungenschaften” im Keller blieben. Bernd Frauenfeld hofft nun, dass sich 2008 zusätzliche helfende Hände finden.

Marktjubiläum

Mitten in Frauenfeld Bericht zum gelungenen punker-Stadtteilverein-Marktjubiläum platzte Klaus Weirichs Spezi. Auch diesen leitete Frauenfeld souverän weiter. Fehlte nur noch das Kotelett.

Mitgliederstand

Gustav Knauber hält sich den Mund zu, Klaus Weirich liest in der Dokumentation

… anderen verschlug sie vielleicht die Sprache.

Ein beliebtes Thema bei der Jahreshauptversammlung ist der Mitgliederstand des Vereins. Frauenfeld gab ihn mit „Minus 266” an und beschrieb damit auch sein Ziel: 1.000 Mitglieder. Er forderte „Chlothilde und Marie” auf, auch in den Stadtteilverein einzutreten, selbst wenn ihr Mann es bereits sei. Die Zeiten seien vorbei, wo nur „der Haushaltsvorstand” Mitglied gewesen sei ...

Über Probleme …

… zu reden, kündigte Frauenfeld nun an. Allerdings kam da gerade Weirichs Lammkotelett. Was eigentlich kein Problem war. Im Gegenteil. Auch dass es nun in Rohrbach, u.a. dank tatkräftiger Unterstützung durch OB Würzner, zwei Postpoints (Postpointe?) gibt ist kein Problem. Höchstens für die Postbank. Die gibt es hier nun nicht mehr und die Leute müssen sich was anderes suchen.

Weirich isst, Frauenfeld redet

Endlich am Ziel: Kotelett und Spezi

Kein Problem mehr ist auch der Umbau des Zentrums der evangelischen Ostgemeinde. Gelungen sei er, vermerkte Frauenfeld zufrieden. Der Einsatz für ein „Stück schönes Rohrbach” habe sich gelohnt. Frauenfeld dankte ausdrücklich den Kirchenältesten, die viel Zeit und Engagement investiert hätten.

Und auch ein weiterer Umbau, der der Eichendorffschule, geht einen guten Weg. Nach Fertigstellung sollen einige Räumlichkeiten auch für Aktivitäten der Vereine nutzbar sein – ein großer Fortschritt.

Nun fragte sich das Publikum natürlich, wo sie denn blieben, die Probleme, nicht die Koteletts. Und sie kamen natürlich, zuerst in Gestalt des Rohrbach Markt und dessen Umbau, dem Frauenfeld einen umfangreicheren Teil seiner Rede widmete. Er musste feststellen, dass unsere Befürchtungen über ein Wegbrechen des Gewerbes eingetreten sind – wohlgemerkt ohne den Umbau. Viele Geschäfte bestehen schon lange nicht mehr und haben Dönerbuden („nicht dagegen, ich esse selbst gerne Döner. Aber es muss ja nicht eine neben der anderen sein …”) Platz gemacht.
Nun steht eine schwierige Zeit bevor. Der Umbau wird bis Ende 2009 gehen und natürlich mit Unannehmlichkeiten verbunden sein. Es wird Dreck geben – und Ärger. Aber: „Bleibt es, wie es ist, geht alles den Bach hinunter!”. Nun, so Bernd Frauenfeld, sei es ganz entscheidend, das vorhandene Gewerbe durch Aktionen und Einkäufe zu stützen. Und wenn dann jemand käme, wie bereits geschehen, der diese Aussage als Bevormundung empfinde („ich lasse mir doch nicht vorschreiben, wo ich einkaufe!”), dann könne er, Frauenfeld, dafür überhaupt kein Verständnis aufbringen („das ist die Zugspitze der Borniertheit”). Was will man dem noch hinzufügen?

Einen runden Tisch forderte Frauenfeld zum Sanierungsgebiet Rohrbach. Er teile zwar nicht die Schärfe der Kritik die in einer punker-Stellungnahme von Ursula Röper geäußert wurde, wolle aber auch, dass für Rohrbachs öffentlichen Raum das Optimum erreicht werde, ohne Gängelung der Eigentümer.

Das Letzte im vergangenen Jahr war für Frauenfeld die Einstellung der Rohrbacher Woche. Ein Unternehmer müsse wirtschaftlich handeln, das sei klar. Doch ihm, Frauenfeld, sei es noch nie untergekommen, dass ein höflich formulierter Brief, der noch dazu Ideen für eine Unterstützung des Projektes enthalten habe, über zwei Monate hinweg unbeantwortet geblieben sei. Wenn das das normale Geschäftsgebaren der Nussbaumgruppe sei, dann verstehe er die Zurückhaltung der Inserenten…

Heimatmuseum

Die Arbeit des Heimatmuseums, das 2007 nahezu 900 Menschen besuchten, stellte anschließend dessen Leiter Gustav Knauber vor. Demnächst soll der Keller ausgebaut und zu einem Fasskeller (mit Sitzecke?) werden. Knauber sagte, dass man künftig aus Platzgründen keine Leihgaben mehr annehmen könne, sich aber über Geld und Sachspenden freue. „Jeder Spender wird registriert und gegebenenfalls ausgestellt!” Zugegebenermaßen keine sehr angenehme Vorstellung, aber wenn es für eine gute Sache ist …

Wahlen · Kassenbericht · Aussprache

Die Wahlen des stellvertretenden Vorsitzenden (Klaus Weirich) und des Schriftführers (Ludwig Schmidt-Herb) liefen wie immer. Alle waren dafür. Alle? Nein da, ganz in der Ecke, hob sich eine Hand, als der Wahlleiter Ernst Schwemmer nach „Bedenken” fragte. Doch der Handheber wollte nur ein weiteres Bier.

Ernst Gund, Ernst Schwemmer, Karl Emer und Bernd Frauenfeld

Bier statt Bedenken: Ernst Gund, Ernst Schwemmer, Karl Emer und Bernd Frauenfeld

Der Kassenbericht war hervorragend, der Verein bestens geführt, der Vorstand entlastet.
Die Aussprache fiel wie immer mangels Aussprechenden aus.

Verschiedenes

Unter Verschiedenes meldeten beklagten sich einige Mitglieder über die Nahverkehrsverbindungen zwischen Rohrbach-West und Rohrbach-Ost und die zwischen Rohrbach und Kirchheim. Vor allem an Wochenenden sei die Lage katastrophal, sei es unmöglich, z.B. von West in die Melanchthonkirche zu kommen. Frauenfeld bat darum, die Problem zu formulieren und an ihn weiter zu geben. Im Bezirksbeirat werde man das Problem ansprechen Er warb aber auch um Verständnis dafür, dass seine Einflussmöglichkeiten begrenzt seien.

ein älterer Herr spricht

Engagiert für einen besseren Nahverkehr

Ähnliches musste Frauenfeld auch Eltern der IGH sagen, die den Stadtteilverein baten, sie in ihren Bemühungen für eine Renovierung der Schule zu unterstützen. Die Bezirksbeirätin Karin Weidenheimer berichtete von den teilweise unerträglichen Zuständen an der Schule, von Klassenräumen, in denen im Sommer 40° C. herrschen, von stinkenden Toiletten und blinden Fensterscheiben. Hatte es bis Ende letzten Jahres so ausgesehen, als liefe die Renovierung an, sei nun alles gestoppt – seit einer Meldung, das Projekt werde bis zu 40 Mio. Euro verschlingen. Frauenfeld sagte zu, eine Sachstandsanfrage zu machen und die Eltern ideell zu unterstützen.

Karin Weidenheimer

Karin Weidenheimer

Der anwesende Ex-Rektor der IGH und Stadtrat Gund wollte in diesem Zusammenhang seinen Nachfolgern keine Vorschriften machen und sagte deshalb nichts - eloquent und mit vielen Worten. Karl Emer, Stadtrat von der anderen Seite, sagte auch nichts - vor allem nicht, dass das Baudezernat zuständig sei, das seit mehr als 30 Jahren von einem CDU-Mann geleitet werde.

So gab es dann zwar keine Aussprache, wohl aber Wortmeldungen und Bernd Frauenfeld war an diesem Abend nicht allein für ein bisschen Kurzweil zuständig …